Dublin city skyline at night with neon signs and reflections on the river Liffey

Dubh Linn

Dunkler Himmel
Dunkler Fluss
Schwarzes Bier
Dubh Linn.

Vom Sturm Verfluchte
Von Armut Besuchte
Von Gier Zersetzte
Dubh Linn.

Mit Liedern Geheilte
Mit Worten Beschenkte
In Welten Ertränkte
Dubh Linn.

Deine Steine können sprechen
Deine Odyssee endet nie
Deine Kinder singen immer
Dubh Linn.
Dubh Linn
Audience watching two men in soldier and Viking costumes performing in park at night

Bis drei sollte man schon zählen können!

Erst war es ein Anschlag auf den CSD in Berlin. Ein Toter und ca. 30 Verletzte waren zu beklagen. Entsetzen wie Trauer waren groß. Was allzu menschlich ist. Nun, kurze Zeit später, wird von einem hybriden Angriff auf einen Flughafen in Leipzig gesprochen, von dem aus Kriegsmaterial in die Ukraine geflogen wird. Was die beiden Ereignisse miteinander zu tun haben? Mit der völligen Weltfremdheit der medial erzeugten Öffentlichkeit in der Bundesrepublik Deutschland.

Die Opfer am Rande des CSD sind, man verzeihe das Idiomatische, ein Spauz gegen das, was in heißen Kriegsgebieten stündlich geschieht. Und die Politik, die seit geraumer Zeit aus diesem Land heraus betrieben wird, sorgt dafür, dass der heiße Krieg immer näher rückt. Da stellt sich dann die Frage, wie man gedenkt, die Potenzierung von Tod und Leid psychisch einigermaßen auf die Reihe zu bekommen? Für emotionale Robustheit spricht alles, was wir momentan erleben, jedenfalls nicht.

Was, und da wären wir dann bei der Drohne auf dem Leipziger Flughafen. Zum einen sollte sichergestellt werden, ob es sich nicht, wie jüngst bei der behaupteten feindlichen Intervention in das GPS eines Von-der-Leyen-Fliegers um ein propagandistisches Manöver handelt, um die notwendige Stimmung für eine weitere Eskalation zu erzeugen. Es stellte sich in jenem Fall nämlich sehr schnell heraus, dass gar nichts war. Worüber allerdings nicht mehr berichtet wurde.

Aber, gesetzt den Fall, es handelt sich um eine tatsächliche Aktion von russischer Seite. Was, ihr lieben Strategen, wäre daran eigentlich so verwunderlich? Wer seinerseits immer offensiver die eigene Kriegsbeteiligung zur Schau stellt, darf sich nicht wundern, wenn man zunehmend als aktive Kriegspartei angesehen und behandelt wird. Da stellt sich zumindest die in Deutschland immer wieder beliebte Frage, ob wir es mit Dummheit oder einer widerwärtig abgebrühten Strategie zu tun haben?

Wer glaubt, man könne den Krieg weiter betreiben, prolongieren und als Geschäftsmodell für bestimmte Interessengruppen unbegrenzt fortsetzen und sogar eskalieren, ohne dass der berüchtigte russische Bär seine Pranken ausfährt, dokumentiert seine Unmündigkeit im realen Leben. Um es sehr vor- wie nachsichtig zu formulieren! Und wer denkt, der Krieg sei lediglich ein Geschäftsmodell, hat sich auf das Terrain der zivilisationsfeindlichen Kriminalität begeben. 

Der Bevölkerung hierzulande wie überall auf der Welt kann die Beantwortung der Frage egal sein. Ob sie es zu tun hat mit intellektuell überforderten Karrieristen oder mit ausgemachten Kriminellen, die in Bezug auf das Wohlergehen und die Zukunftsperspektive der jeweils eigenen Bevölkerung keine Rücksicht nehmen. Beide Varianten führen ins Elend. 

Was auf jeden Fall hilft, um die Orientierung in dem ganzen Gewusel von Hirnriss und Propaganda    wiederzugewinnen, ist das Beherrschen der Grundrechenarten. Wer in der Lage ist, bis drei zu zählen, kann sich vorstellen, dass der Gewaltakt am Rande des Berliner CSD eine Petitesse ist im Vergleich zu einem formidablen Kriegsalltag. Und wer in der Lage ist, bis drei zu zählen, weiß auch, dass die zunehmende aktive Beteiligung am Kriegsgeschehen auch dazu führen wird, dass sich die Zerstörung dem eigenen Lebensraum immer mehr nähert. Und wer bis drei zählen kann weiß zudem, dass man in einer derart heiklen Situation die Geschäfte weder Dummen noch Kriminellen überlassen sollte. 

Bis drei sollte man schon zählen können!

Ostenmauer – 105. Dankbar, wenn auch manches schwer fiel…

Wie oft habe ich sie vernommen! Die Stimmen aus dem eigenen Ich wie aus meinem sozialen Umfeld. Die mir rieten, mich doch mit anderen Kräften und Mächten zu vereinigen. Um meinen Wirkungsgrad zu vergrößern. Um meinen Einfluss in einem ganz anderem Ausmaß zu steigern. Um meine eigene Position zu festigen und auszubauen. Ich habe es nie gemacht. Ich weiß nicht, welches Erlebnis es war. Ich weiß nicht, wer mir den Rat gegeben hat. Und ich weiß nicht, wann ich selbst zu dieser Erkenntnis gekommen bin. Aber irgend etwas in mir, das stark war und jeder Versuchung widerstand, hat mir gesagt, dass es besser sei, den steinigen Weg zu gehen, zu verharren, wo ich bin und das Brot zu essen, das auf dem Tisch lag, als mich auf Allianzen einzulassen, die mich dazu gezwungen hätten, meine Unabhängigkeit als Währung in die Zahlschale zu werfen. 

Nicht, dass ich Allianzen per se für etwas Falsches halte! Ganz im Gegenteil. Wenn sich Interessen treffen und alle, die diese vertreten nach eigenem Ermessen für einen bestimmten Zweck bereit sind, einen Tribut zu entrichten, dann bin ich dabei. Aber es gibt auch falsche Allianzen. Sie zwingen dich, irgendwann Dinge zu machen und zu vertreten, die deiner Überzeugung widersprechen. So etwas läßt sich schnell identifizieren. Und wer sich auf so etwas einlässt, ohne lange zu überlegen, um eines Vorteils Willen, der hat diese Gunst mit einer sehr hohen Rendite irgendwann zu bezahlen. 

Ich habe mir diese Menschen zur Genüge ansehen können. Sie reüssierten schnell und viele, die das sahen, raunten mir zu, ich sei ein Dummkopf, weil ich es nicht genauso machte. Aber irgendwann kam der Zahltag. Dann mussten sie Dinge tun oder vertreten, die ihnen peinlich waren. Dann konnten sie dir nicht mehr in die Augen schauen und gingen dir aus dem Weg. Und zum Schluss, wenn die große Kurve der Entwicklung ihrem Ende zuging, dann sah ich zumeist unglückliche Menschen. In einem unglücklichen Umfeld. Und alles Geld und aller Status verhalf zu keinem Trost mehr. 

Deshalb bin ich heute dankbar. Sehr dankbar, dass ich ein Sturkopf war und meiner Unabhängigkeit mehr Wert beimaß als allem Tand der Welt. Wie heißt es so schön im Invictus? Mein Kopf ist blutig, aber ungebeugt. Und wenn ich heute sehe, was viele Menschen, die ich über lange Jahre habe beobachten können und die sehr viel konnten und wollten, wenn ich sehe, was sie heute alles erzählen müssen, um im Geschäft des Lebens zu bleiben, dann erfüllt mich große Trauer. Aber Mitleid, Mitleid habe ich nicht. Oder wie pflegte mein Freund vom Indischen Ozean, der die Welt ohne einen Cent in der Tasche bereist hatte und alle Höhen und Tiefen des Lebens als direkter Zeuge gesehen hatte? Wer mit dem Teufel ins Bett geht, pflegte er zu sagen, darf sich nicht wundern, wenn er die Hölle auf Erden erlebt! 

Dankbar, auch wenn manches schwer fiel…