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„Unsere Demokratie“

Ach ja, schrecklich, wir neigen zur Vergesslichkeit. War da nicht ein Präsident Obama, heute in den Annalen wie eine Ikone verehrt, unter dessen Regime der Einsatz von Drohnen, gesteuert aus dem pfälzischen Ramstein, nicht selten auch gegen Zivilisten in der islamischen Welt salonfähig gemacht wurde? Und stand nicht zur selben Zeit ein amerikanischer Senator McCain in Kiew auf dem Maidan, mit einer Waffe in der Hand und orchestrierte einen Putsch, zusammen mit ukrainischen Faschisten, weil der immerhin gewählte Präsident mit seinem Land zwar in die EU, aber nicht in die NATO wollte? Und waren da nicht Berichte in diversen Magazinen der öffentlich-rechtlichen Anstalten, die das Vorgehen gegen die in der Ukraine lebenden Russen heftig anprangerten? Und war da nicht ein Präsident Biden, der das Werk des Anschlusses der Ukraine vor den Toren Russlands vollenden wollte? Der im Beisein eines Bundeskanzlers voraussagte, dass die kritische Infrastruktur eines Bündnispartners zerstört werden würde? Was dann auch geschah? Und war da nicht ein Krieg in Afghanistan, der die Taliban vertrieb und dann zurückholte? Und in Syrien, ein Krieg, der gegen den Extremismus geführt wurde und ihn nach Jahren etablierte? Oder die Zerstörung eines Staates in Libyen, selbstverständlich, um der Demokratie eine Chance zu geben, um das Territorium in eine von Banden dominierte Hölle zu verwandeln?

Und waren da nicht Bundesregierungen, die das alles mitgetragen haben? Die sich immer auf die Seite des Krieges gestellt und die Option der Diplomatie aus ihrem Handeln eliminiert haben? Denen es nicht gelang, unter welcher Couleur und Dominanz auch immer, das eigene Land in Sachen Bildung, Rente, Gesundheitssystem, Infrastruktur, Wissenschaft und Gemeinschaftsgefühl auf einen hoffnungsvollen Weg zu bringen? War da nicht eine Tendenz zu beobachten, dass die Gewählten sich zunehmend von den Wählenden abwandten und diesen zu verstehen gaben, dass sie die Welt nicht mehr verstanden? War da nicht eine EU, in der die leitenden Posten unabhängig von Wahlen besetzt wurden? War da nicht eine EU, die die Militarisierung vorantrieb und sich zu einem Arm der NATO entwickelte? Und waren da nicht eine Presse und eine Medienlandschaft, die bei nichts, tatsächlich nichts von dem, was die Zerstörung fremden wie eigenen Gemeinwesens auch nur einmal noch die Stimme erhob? Die fleißig Feindbilder entwarfen? Die Kritik diskreditierten? Die nach Krieg und Vergeltung lechzten? Auch dort, wie überall, unabhängig von der politischen Couleur? 

Und jetzt, wo die Risse nicht mehr zu übersehen sind, international wie im eigenen Land, kommen die, die heftig daran mitgearbeitet haben, und warnen vor der Gefahr, der die Demokratie ausgesetzt ist? Geht es noch zynischer? Und geht es noch dümmer, auf diese Erzählung einzugehen? Sich ohne Risiko gegenüber den Tätern gegen eine Bedrohung zu äußern, die längst Realität geworden ist? Geht es eigentlich noch jämmerlicher? Sich wohl zu fühlen, wenn man den Instruktionen der Zerstörer folgt? Und sich noch einzubilden, man stünde auf der richtigen Seite? 

Aber, so wie es aussieht, scheint das Werk vollbracht zu sein. Das Maul aufzureißen, ohne etwas zu riskieren, ist zum gesellschaftlich anerkannten Habitus geworden. Wer es dennoch tut, den trifft der Bannstrahl. Alleine diese Tatsache sollte reichen, um den Irrsinn zu illustrieren, in dem die Gesellschaft gelandet ist. Diesen Zustand als „unsere Demokratie“ zu beschreiben, ist der Gipfel der Verfrorenheit. Und wer dem folgt, dem ist nicht mehr zu helfen. 

„Unsere Demokratie „