Archiv der Kategorie: Lyrik

Und im Feuer wohnen wir


Massenpanik im kleinen Kreise

Tote Würfel ohne Augen

Schweißige Hände am Rednerpult

Leere Blicke im Konsortium.

Staubige Seelen im Gemach

Alte Lügen im Skript

Euphorie im Krematorium

Auch ein Leichenschmaus ist schön.

Immergrüne Schauermärchen

Kalte Rochen auf dem Tisch

Fliegen im Notdepot

Rostige Messer im Kabinett.

Lass mich frieren

Gib mir Freiheit

Soll der Himmel klirren

Und an Fahnenmasten rütteln.

Gesetze, die nach Fäule stinken

Feinde, die sympathisch blinken

Entsetzensschreie, wo nichts ist

Tote Mäuse, die es nicht gibt.

In der Wüste ist die Skyline

Und im Keller wohnt das Bier

Am Pranger steht der freie Wille

Und im Feuer wohnen wir.

Und im Feuer wohnen wir

Und immer blinkt die Klinge

Bevor es ans Sterben geht,

Will man noch ein bißchen leben,

Oder?

Du kämpfst dich nach vorne,

Indem du dich aufgibst?

Und Frau Ribeira kriegt ein Kind!

Schwermut ist der Tugend Unterpfand.

Am Licht der Sonne

Leckt die Motte.

Es ist, wie es ist.

Geduld,

Die Tugend der Überlebenden?

Die Frau aus Schalke:

Wir lassen uns von den Arschlöchern

Nicht unterkriegen!

Herbststürme an der Küste,

Großreinemachen im Kopf. 

Die Mutter aller Schlachten

Sitzt im Garten

Und raucht Zigarre.

Wer gaukelt, der strauchelt?

Herr Chechov sagt,

Dass die Lüge

Irgendwann die Seele frisst.

Hör ma:

Mit hinterher schlauer

Verschleierst du,

Wie doof du warst.

Mein lieber Herr Robespierre:

Terror ohne Tugend ist Barbarei,

Tugend ohne Terror ist wirkungslos?

Ist der Weinberg 

Frei von Füchsen?

Und immer blinkt die Klinge

In der Sonne.

Und immer blinkt die Klinge