Archiv der Kategorie: Lyrik

Manhattan

Ein Mops ist teuer
Und häßlich
Und nichts zum
Essen
Sagt ein schwarzer
Mann
Auf einer Bank.

Im Rücken sind
Die Erdbeerfelder
Und gegenüber
Wohnt der
Mafia-Filmstar.

Mary Rosenberg
Verkauft die Bücher
Deren Klang das
Deutsche ist
Und in Yorkville
Gibt es Kassler
Mit einem schweren
Roten Wein.

In den Clubs hing
Schwerer Rauch
Und man liebte
Atonal
Mit Muggers Money
In der Tasche
Kamst du gut
Nach Haus.

Im Bitter End
War’s gar nicht bitter
Denn da fing
Das Leben an.
Schöne Nächte
Wilde Träume
Und ein Geruch
Der niemals weicht.

Heute herrscht
Die kalte Regel
Sicherheit
Hat ihren Preis.
Das Pittoreske
Findet heut
Woanders statt.
Manhattan

Keine Regung

Saharastaub transportiert
Die Wärme
Und Kohlenstaub
Macht Lungen schwarz
Und ein grauer Wolf
Wohnt jetzt im Harz.

Täglich
Kommen neue Zahlen
Aus den Häusern
Der Gelehrten
Und ein Schuh wird
Niemals draus.

Vieles sichtbar
Wenig deutlich
Und kein Motiv
Das Regung
Zeugt.

Wissen bringt nichts
Sagt ein Freund
Wenn ihm keine Taten folgen.
Ja, so ist das Wesen
Derer, die gesättigt sind
Bis ihnen andere
Die Leviten lesen
Aber dann ist alles
Längst zu spät.
Keine Regung

Nachtfahrten

Mal wars ein Kampf 
Mit dem großen Rom,
Mal wars ein Kaiser
Und immer wieder
Krieg.

Dann kam die Republik
Gefolgt von einer
Diktatur
Hernach zwei
Fetzen.

Und irgendwann das
Fest
Gelenkt von anderen
Immer die Zunge dick
Versank die neue
Alte Republik.

Ein eigenes Licht
Niemals im Blick
Feinde ringsum
Dunkel die Zukunft
Im Rausch ganz grell.

Kaum ein Fragen
Nach eigenem
Versagen.
Immer nur die Schuld
im Blick.

So kann es
Nicht weitergehen
Meint der Querulant
Und wird sogleich verbannt.

Die Toten
Bleiben jung
Die Hoffnung
Stirbt zuletzt.

Nachtfahrten