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Trost des Untergangs

Absonderlich sind die Geschicke
Wenn das Herz nur Trübsal bläst.
Das Unheil lauert
Hinter jeder Hecke
Und die Versicherung
Nur stiehlt.

Tausend Tode musst du sterben
Wenn die Hoffnung
Urlaub macht.
Und der Spott des Nachbarn
Aus dem Fenster lacht.

Nichts ist, was auf ewig bleibt
So der Trost des Untergangs.
Wenn die Zuversicht sich weigert
Zu bleiben, bis zur Nacht.

Lass den Sensenmann kommen,
Soll er seine Freude haben.
Auch sein Weg ist beschrieben
Und er ist dazu verdammt
Immer gleichen Kurs zu halten
Auch wenn anderes mal lockt.
Trost des Untergangs

Spät im Jahr

Langsamkeit
Und Sorgfalt
Seit langem nicht
En vogue.

Und trotzdem
Sind die Wege lang
Keine Richtung
Im Visier.

Ziele
Nicht kalkuliert.
Froher Mut
Küsst Bräsigkeit.

Zorn ist
Die Würze
In dem Spiel.
Rien ne va plus!

Vergebung
Ein unbekanntes Wort
Im Strudel
Der Vergeblichkeit.
Spät im Jahr

Der kluge König

Genießt das allmähliche,
Abrupte Ende,
Das ohne Unterlass
Die Seiten füllt.

Hört auf die Stille
Nach den Tausend Chören
Die ohne Ende
Eure Sinne quälten.

Vergesst das Hoffen
Auf Erlösung
Wenn Täter
Mit Vergeltung drohen.

Lasst das Rätseln
Lasst das Suchen
Wenn die Wahrheit längst
Auf Deponien schwelt.

Bleibt bei Euch
Schaut in Euch hinein
Dort wird sich finden
Was ein Morgen hat.

Und haltet es
Mit dem einstigen König
von Westfalen,
Napoleons Bruder.

Der ging
Nach aufgeregten Tagen
In sein Gemach
Und rief:
„Morgen wieder lustik!“

Der kluge König