Archiv der Kategorie: Lyrik

Stressed student kneeling among books, papers, and a computer desk

Der Weg nach unten

Verschmäht 
Haben wir euch
Kein gutes Haar
An eurem Sein gelassen.

Bekämpft
Haben wir euch
Kein Anlass
Ließ uns ruhen.

Verachtet
Haben wir euch
Ob eurer Arroganz
Und Selbstgewissheit.

Reuig nun
Knien wir
Vor euch
Ohne Scham.

Kein Rückgrat
Und kein Herz
Mehr ist geblieben
Und der Mut hat uns
Verlassen.

Schuldig sind wir
Ob der eignen Schwäche
Und der Scham
Die nicht mehr ist.

Mag die Welt
Sich vor uns ekeln
Zumindest das
Redlich verdient.
Der Weg nach unten
Long line of varied characters walking through muddy terrain under a tattered banner in rainy, dark weather.

Wo sie landen werden?

Wo sie landen werden?

Vor Gerichten
In Gefängnissen
Beim Verrichten gesellschaftlich sinnvoller Arbeiten
Oder in Compounds
Wo sie unter sich sind
Oder auf Luxusdampfern
Die nirgendwo anlegen dürfen
Und auf See mit delikatem Proviant versorgt werden
Oder in Lehranstalten
Als Exempel
Für soziale Verrohung
Und humane Degeneration
Oder am Pranger der Kritik
Im Kreise ihrer selbst
Wo sie glauben können
Was sie anderen erzählten
Sich gegenseitig auf die Schenkel klopfend
Ohne gesellschaftliche Relevanz
Im eigenen Schmutz und Unrat
Oder an verwüsteten Tafeln
Des Kaviars und der Pasteten
Überdrüssig wie dem edlen Wein
Von Verdauungsgeräuschen und
Schlechter Luft umgeben
Auf der Wiese der Belanglosigkeit

Im verdienten Exil.

Wo sie landen werden?
Dublin city skyline at night with neon signs and reflections on the river Liffey

Dubh Linn

Dunkler Himmel
Dunkler Fluss
Schwarzes Bier
Dubh Linn.

Vom Sturm Verfluchte
Von Armut Besuchte
Von Gier Zersetzte
Dubh Linn.

Mit Liedern Geheilte
Mit Worten Beschenkte
In Welten Ertränkte
Dubh Linn.

Deine Steine können sprechen
Deine Odyssee endet nie
Deine Kinder singen immer
Dubh Linn.
Dubh Linn