Wer sich hierzulande für die us-imperialen Interessen und Kriegspläne einsetzt, wird zumindest mit bestimmten Versorgungsbezügen bedacht. Vor allem die Bundesrepublik Deutschland galt lange in dieser Hinsicht als schwieriges Terrain. Weil große Teile der Gesellschaft davon überzeugt waren, dass von Militarismus und geopolitischem Dominanzstreben nichts Gutes zu erwarten war. Zwei verlorene Weltkriege, ein geteiltes Land und über sieben Millionen Tote aus dem eigenen Land, ganz zu schweigen von den entsetzlichen Zahlen in den angegriffenen Ländern reichten vielen Menschen, um sich von einer derartig zerstörerischen Ideologie abzuwenden. Eine mächtige Friedensbewegung dominierte die öffentliche Meinung in der Bundesrepublik bis zu dem Zeitpunkt, als sich die eine, als „Schutzmacht“ präsentierende Großmacht mit dieser Attitüde nicht mehr abfinden wollte.
Dass genau dieser Zeitpunkt mit dem Gründungsdatum der GRÜNEN zusammenfiel, ist aus heutiger Sicht kein Zufall mehr. Und dass die Galionsfiguren der dort noch anfangs präsenten Friedensbewegung einem bis heute mysteriös anmutenden Mord/Selbstmord zum Opfer fielen, passt zumindest in der Phantasie in das Szenario eines Polit-Krimis. Fakt jedoch ist, dass es aus dieser Partei heraus gelang, den bellizistischen Imperialismus wieder hoffähig zu machen. Die Protagonisten, ihrerseits auf der späteren Alimentationsliste der tatsächlichen Masters of War in den USA, brachten es fertig, völkerrechtswidrige militärische Aggression als im Geiste des Humanismus und der Verteidigung der Menschenrechte zu kommunizieren. Die Bombardierung Belgrads mit Uranmunition war ein solcher humanistischer Akt und der Trompeter dieses verwegenen Umgangs mit der Logik des Völkerrechts bekam dann auch später von der ihn rekrutiert habenden Madeleine Albright gute Jobs und schöne Tantiemen verschafft. Dass dieser Überläufer zu den Schrecken des 20. Jahrhunderts noch heute auch Foren in der Bundesrepublik bekommt, liegt an der sukzessiven Verwahrlosung von Presse, Funk und Fernsehen. Nichts ist mehr so, wie es einmal vorgegaukelt war.
Dass die Nachkommen dieses politischen Hochverräters, die aktiv beteiligt waren an der seit Jahren heißen Auseinandersetzung mit Russland, verwundert genauso wenig wie ihre Entlohnung für die geleisteten Dienste. Der ehemalige karambolierende Wirtschaftsminister inhaliert mittlerweile die Tantiemen eines dänischen Immobilienunternehmens, welches den klammen deutschen Kommunen Grundstücke abkauft um sie höchst möglich zu vermarkten. Und die ehemalige Außenministerin, bei der sich mittlerweile Tausende von arbeitslosen Ingenieuren aus der Automobilindustrie als Folge des China-Bashing genauso bedanken dürfen wie die ukrainischen Prothesenträger und trauernden Witwen und Waisen, durfte noch ein Jahr auf dem Vorsitz der UN dilettieren und wechselt jetzt nahtlos auf einen Lehrstuhl an der Columbia University zu New York. Bleibt eines zu sagen: wer dient, koste es andere, was es wolle, bekommt die fürsorgliche Hand der Pigs of War zu spüren. Und noch wichtiger. Die eigene Qualifikation ist völlig unerheblich.
Wie man sieht, ist die weitere Entwicklung bestimmter Individuen nach ihrer politischen Karriere hierzulande ein gutes Indiz, um herauszufinden, für wen sie eigentlich unterwegs waren und wen sie ohne mit der Wimper zu zucken verraten und betrogen haben. Und, sieht man sich die Kohorten an, von denen gesprochen werden muss, dann handelt es sich seit langem um kein Alleinstellungsmerkmal der GRÜNEN mehr. Es wimmelt von Figuren, die für alle möglichen Lobbys unterwegs sind. Nur das Interesse derer, die immer noch zur Wahl gehen und glauben, damit etwas bewirken zu können, spielt zumindest in der Wahrnehmung der erwähnten Chargen keine Beachtung mehr. Ganz im Gegenteil. Man macht sich darüber lustig.
