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Politik: Von Falken und ihren natürlichen Feinden

Bei Betrachtung des Informationshimmels drängt sich der Eindruck auf, die Welt sei voller Falken. In Talkshows, Interviews, in Zeitungsartikeln und in Essays zur Politikberatung ist die Handschrift der Falken zu lesen. Da wundert es kaum, dass diejenigen, die den Frieden als Ziel politischen Handelns verstehen, sich in einem nahezu depressiven Zustand befinden. Nimmt man die Symbolik, ist es folgerichtig: wer die Taube als Emblem wählt, kürt das natürliche Opfer der Falken zum Heilsbringer. Was jeglicher Logik entbehrt. 

Der Falke gilt aufgrund seiner Eigenschaften als das Symbol der Krieger. Er gilt als mutig, hat ein scharfes Auge und kann in kürzester Zeit große Distanzen durchmessen. Er vermag am Tag wie in der Nacht zu jagen und das Resultat ist immer der Tod des ausgewählten Opfers.

Bei einer derartigen Konstitution ist es ratsam, sich nicht in einer humanistischen Ethik Rat zu holen, sondern einen Ausflug in die Biologie zu machen. Und dort lauert ein natürlicher Feind in den Arsenalen, der aufgrund seiner eigenen Fähigkeiten und Beschaffenheit dem Falken überlegen ist und das Täter-Opfer-Prinzip kurzerhand umzudrehen vermag. Die Rede ist vom Uhu. Er ist in der Lage, Falken zu jagen und ihnen in seinem Revier das Handwerk zu legen. Die natürlichen Eigenschaften und Fähigkeiten, über die der Uhu verfügt, sind bemerkenswert. Aufgrund der starren Ausrichtung seiner Augen ist er in der Lage, den eigenen Kopf um 270 Grad zu drehen. Seine Sehkraft leidet kaum in der Nacht und die Ortung fremder Objekte wird komplettiert durch ein famoses Gehör, einer Art akustischem Radar. Seine Mobilität in der Dunkelheit ist sensationell. Zudem kann er lautlos fliegen. Auch er verfügt über großen Mut. Und die ausgeprägte Intuition, über die der Uhu verfügt, ist sein strategischer Vorteil.

Abgesehen von der Tatsache, dass es sich bei dem Uhu um den gefährlichsten natürlichen Feind für den Falken handelt, führt der Vergleich der Eigenschaften mit einer Kompetenzanalyse zu dem gleichen Urteil. Zum Mut und dem scharfen Besteck, über das beide verfügen, kommt beim Uhu die Anonymität durch die Dunkelheit, die Intuition hinsichtlich bestimmter soft facts und der Radar. 

Zurück zur Politik. Der angestellte Vergleich von Falken und Uhus legt nahe, sich mit den Eigenschaften eines dem Falken überlegenen biologischen Systems näher zu befassen und sich auf die damit verbundenen notwendigen Kompetenzen zu konzentrieren. Wer die Lufthoheit der Falken beenden will, darf nicht hektisch und wehrlos umherflattern wie ein Täubchen, sondern muss zu Perspektivenwechseln in der Lage sein, im Verborgenen agieren können, in der Lage sein, lautlos vorzugehen, das sprichwörtliche Gras wachsen hören können und natürlich die Courage haben, dann aktiv zu werden, wenn der Zeitpunkt gekommen ist.

Manchmal ist es hilfreich, die Symbolik ernst zu nehmen und sich in ihrer Logik zu orientieren, bevor man zurückgeht auf die profanen Konstellationen menschlichen Handelns. Wem das Kreisen der Falken zuviel wird, muss sich am Uhu orientieren, um aus der Schockstarre zurück in die Bewegung zu kommen.