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Wie Berlin 1945 – Frohe Weihnachten!

Für viele Vertreter der einen oder anderen Lobby, die mit dem Kriegführen Geld verdienen, steht es momentan Spitz auf Knopf. Anders, auch nicht mit dem aktuellen Wahlkampf, lässt es sich nicht erklären, dass sie noch kurz vor Weihnachten alles aus ihren stinkenden Taschen ziehen, was sie noch dabei haben, um die Hysterie so richtig anzuheizen. Denn die klassischen Hinterbänkler, die nur in verrückten Zeiten eine Chance auf Beachtung finden, sie wissen, wenn das Drama in der Ukraine zu einem schnellen Ende käme, wäre es sehr schnell vorbei mit ihrem Prominenten-Status.

Natürlich ist ihre Existenz erst im Lichte der großen kollektiven Verblendung, die nahezu alle erfasst hat, dass nämlich ein mit feindlichem Militärmaterial eingekreistes Land zu einem  ursächlichen Aggressor erklärt wurde, zur Beachtung gekommen. Alle, die eine wichtige Rolle spielen, haben mitgemacht und keiner kommt da mehr raus. Man stelle sich vor, ein Kanzler, ein Oppositionsführer, ein Minister oder ein Fernsehdirektor käme auf die Idee, den blinden Gehorsam gegenüber dem transatlantischen Herrn und Gebieter, der selbst vor Aggressionen gegenüber den so genannten engsten Verbündeten nicht zurückschreckt, als einen kolossalen Irrtum und schwerwiegenden Fehler zu bezeichnen. Wahrscheinlich trieben ihre Kadaver noch vorher bereits in der Spree oder sie stürzten aus kleinen Sportflugzeugen vom Himmel. Aber die mit den Tröten, die von hinten den meisten Krach machen, für die ist das ganze Debakel die Zeit ihres Lebens.

Sie bekommen nicht nur mediale Aufmerksamkeit, sondern auch einen kleinen Austrag von denen, bei denen die Auftragsbücher voll sind. Deshalb fürchten sie einen Waffenstillstand oder gar einen Frieden wie der Teufel das Weihwasser.  Und deshalb übertreffen sie sich auch noch einmal mit Prognosen „unserer“ Gefahr durch die Kräfte des Bösen. Und so wie ein Blick auf die Landkarte das Märchen von der aggressiven Bedrohung schnell beendet – wenn man nur will, versteht sich – so schnell ist auch der Spuk vom Überfall auf den ganzen Westen des Kontinents vom Tisch, wenn man sich die Demografie des vermeintlichen Aggressors ansieht.  

Aber wir wissen alle, dass wir nicht in Zeiten der Vernunft, sondern in denen der Hysterie leben. Und wir wissen ebenso, dass wir in einem Land leben, in dem es immer hieß „nie wieder!“ und in dem es längst geschehen ist. Zumindest der öffentlich betrachtbare Verstand ist kollektiv demoliert und das Geschrei der mediokren Knallchargen, die ohne diesen Krieg allenfalls als parlamentarischen Heftklammern ein Dasein fristeten, übertönt selbst die lieblichsten Weihnachtslieder. Die Düfte, die diese seelenlosen wie tolldreisten Figuren verbreiten, hinterlassen einen Eindruck von Berlin 1945. Auch da war nichts mehr von innerer Kraft. Da mussten Kräfte von außen kommen, um den Frieden wieder herzustellen. 

Zumindest das ist geblieben. Während die Glücksritter des Krieges ihren schaurigen Makabré tanzen, hoffen viele Menschen auf eine Erlösung von außen. Das Land selbst liegt mental am Boden und ist zu nichts mehr fähig. Eine wahrhaft traurige Weihnachtsgeschichte. Komme mir niemand auf die Idee, den berüchtigten Friedensengel auf den Weihnachtsbaum zu setzen. Es wäre blasphemische Heuchelei. 

Fundstück: Kriegstrommeln

06.08.2015

Das PewResearchCenter ist kein unbeschriebenes Blatt. Es gilt als kompetent, wenn es darum geht, weltweit Haltungen und Trends zu untersuchen. Und es ist kein Zufall, dass nun, in der Sommerpause, von diesem Center eine Studie vorgestellt wird, die die Reputation Russlands und ihres Präsidenten Putins zum Inhalt hat. Das besagte Institut hat diese Fragen in vielen Ländern dieser Erde zu ermitteln versucht und kommt zu Ergebnissen, die die Auftraggeber sicherlich erfreuen werden, aber noch kein Grund dafür sind, sich mit dem jetzigen Stand zufrieden zu geben.

Insgesamt ist nach der Studie das Ansehen Russlands weltweit mit 51 % als kritisch bewertet, während immerhin noch 30 % der Weltbevölkerung mehrheitlich Sympathien hegen. Die Länder, in denen Russland sogar überwiegend positiv gesehen wird, sind Indien mit 43 % Sympathiewerten bei 17 % Ablehnung, China mit 51 % positiven bei 37 % kritischen Werten sowie Vietnam bei 75 % Sympathie und 10 % Skepsis. Anders natürlich der Westen, in den USA sind immerhin 67 % der dortigen Bevölkerung negativ gegenüber Russland eingestellt und nur 22 % haben gute Konnotationen. In Deutschland sind es 70 zu 30. Das bemerkenswerte dabei ist, dass seit der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 sich dieser Wert in Deutschland gedreht hat. Da entschied man sich hierzulande endgültig für den Wirtschaftsliberalismus und folglich musste Russland als das stärkste Land des Staatsinterventionismus ideologisch zum Hauptfeind erklärt werden. Die in diesem Fall installierten Manipulationsmechanismen haben Wirkung gezeigt. 

Kriege werden in unsren Tagen dann möglich, wenn eine emotional aufgeladene Öffentlichkeit für die Kriegsziele mobilisiert werden kann. Die Blaupausen für diese Erkenntnis in der jüngeren Vergangenheit waren die Kriegsvorbereitungen auf dem Balkan Ende der neunziger Jahre und die Kampagnen in den USA zur Intervention in den Irak zu Beginn des neuen Milleniums. In beiden Fällen wurde systematisch, permanent und zielgerichtet mit Fehlinformationen gearbeitet, um in der Bevölkerung eine Stimmung zu erzeugen, die eine militärische Intervention möglich machte. Die Angriffe auf Serbien mit deutscher Beteiligung beruhten auf einem Gefühl der moralischen Verpflichtung, die aus einer gezielt unvollständigen Berichterstattung über Sebrenica resultierte. Der dortigen Tragödie war ein Völkermord auf serbischem Gebiet vorausgegangen, worüber nie berichtet wurde. Und im Irak war es die Produktion von Atomwaffen, die die Amerikaner bedrohte, die dazu herhielt, um die Befürwortung eines militärischen Angriffs zu ermöglichen. Nachweise für diese Behauptung wurden nie gefunden, ganz im Gegenteil, selbst Regierungsmitglieder gestanden später, wissentlich gelogen zu haben.

Nun, nach Veröffentlichung der Studie über Russland, ist damit zu rechnen, dass die Propagandamaschine gegen Russland wieder angeworfen werden wird. Schon mit dem Bericht über die Studie setzen die ersten primitiven Verunglimpfungen gegen Russland und Putin wieder ein. Der Boden für diese Art der Propaganda ist fruchtbar, sonst hätte in sieben Jahren nicht der positive Wert gegenüber Russland in das negative Gegenteil verwandelt werden können. Es gilt, die Kompetenzzentren der Volksverhetzung und des Völkerhasses zu identifizieren und entsprechend anzugreifen. Es kann nicht mehr geduldet werden, dass Kriegstreiberei als Kavaliersdelikt akzeptiert wird.

Zudem sollte der Gedanke schnellstens verscheucht werden, mit einer noch stärkeren Ablehnung Russlands in der öffentlichen Meinung des Westens sei die Chance einer Bezwingung Russlands gleichermaßen gestiegen. Das ist Wunschdenken und Träumerei. Die neuen Allianzen, die sich auch aus der jetzt vorliegenden Studie ablesen lassen, sind in der Lage, Europa zu einem Hinterhof des Weltgeschehens mutieren zu lassen. 

Kriegstrommeln

Das PewResearchCenter ist kein unbeschriebenes Blatt. Es gilt als kompetent, wenn es darum geht, weltweit Haltungen und Trends zu untersuchen. Und es ist kein Zufall, dass nun, in der Sommerpause, von diesem Center eine Studie vorgestellt wird, die die Reputation Russlands und ihres Präsidenten Putins zum Inhalt hat. Das besagte Institut hat diese Fragen in vielen Ländern dieser Erde zu ermitteln versucht und kommt zu Ergebnissen, die die Auftraggeber sicherlich erfreuen werden, aber noch kein Grund dafür sind, sich mit dem jetzigen Stand zufrieden zu geben.

Insgesamt ist nach der Studie das Ansehen Russlands weltweit mit 51 % als kritisch bewertet, während immerhin noch 30 % der Weltbevölkerung mehrheitlich Sympathien hegen. Die Länder, in denen Russland sogar überwiegend positiv gesehen wird, sind Indien mit 43 % Sympathiewerten bei 17 % Ablehnung, China mit 51 % positiven bei 37 % kritischen Werten sowie Vietnam bei 75 % Sympathie und 10 % Skepsis. Anders natürlich der Westen, in den USA sind immerhin 67 % der dortigen Bevölkerung negativ gegenüber Russland eingestellt und nur 22 % haben gute Konnotationen. In Deutschland sind es 70 zu 30. Das bemerkenswerte dabei ist, dass seit der Weltfinanzkrise im Jahr 2008 sich dieser Wert in Deutschland gedreht hat. Da entschied man sich hierzulande endgültig für den Wirtschaftsliberalismus und folglich musste Russland als das stärkste Land des Staatsinterventionismus ideologisch zum Hauptfeind erklärt werden. Die in diesem Fall installierten Manipulationsmechanismen haben Wirkung gezeigt.

Kriege werden in unsren Tagen dann möglich, wenn eine emotional aufgeladene Öffentlichkeit für die Kriegsziele mobilisiert werden kann. Die Blaupausen für diese Erkenntnis in der jüngeren Vergangenheit waren die Kriegsvorbereitungen auf dem Balkan Ende der neunziger Jahre und die Kampagnen in den USA zur Intervention in den Irak zu Beginn des neuen Milleniums. In beiden Fällen wurde systematisch, permanent und zielgerichtet mit Fehlinformationen gearbeitet, um in der Bevölkerung eine Stimmung zu erzeugen, die eine militärische Intervention möglich machte. Die Angriffe auf Serbien mit deutscher Beteiligung beruhten auf einem Gefühl der moralischen Verpflichtung, die aus einer gezielt unvollständigen Berichterstattung über Sebrenica resultierte. Der dortigen Tragödie war ein Völkermord auf serbischem Gebiet vorausgegangen, worüber nie berichtet wurde. Und im Irak war es die Produktion von Atomwaffen, die die Amerikaner bedrohte, die dazu herhielt, um die Befürwortung eines militärischen Angriffs zu ermöglichen. Nachweise für diese Behauptung wurden nie gefunden, ganz im Gegenteil, selbst Regierungsmitglieder gestanden später, wissentlich gelogen zu haben.

Nun, nach Veröffentlichung der Studie über Russland, ist damit zu rechnen, dass die Propagandamaschine gegen Russland wieder angeworfen werden wird. Schon mit dem Bericht über die Studie setzen die ersten primitiven Verunglimpfungen gegen Russland und Putin wieder ein. Der Boden für diese Art der Propaganda ist fruchtbar, sonst hätte in sieben Jahren nicht der positive Wert gegenüber Russland in das negative Gegenteil verwandelt werden können. Es gilt, die Kompetenzzentren der Volksverhetzung und des Völkerhasses zu identifizieren und entsprechend anzugreifen. Es kann nicht mehr geduldet werden, dass Kriegstreiberei als Kavaliersdelikt akzeptiert wird.

Zudem sollte der Gedanke schnellstens verscheucht werden, mit einer noch stärkeren Ablehnung Russlands in der öffentlichen Meinung des Westens sei die Chance einer Bezwingung Russlands gleichermaßen gestiegen. Das ist Wunschdenken und Träumerei. Die neuen Allianzen, die sich auch aus der jetzt vorliegenden Studie ablesen lassen, sind in der Lage, Europa zu einem Hinterhof des Weltgeschehens mutieren zu lassen.