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Kriegspropaganda: Hängen die Fische schon im Rauch?

Ich bin wahrscheinlich nicht der einzige. Der sich die Frage stellt, wann es eigentlich genug ist. Einerseits mit dem Grad der Duldung. Andererseits mit der Gewissheit, dass nun alles erlaubt ist. Wahrscheinlich sind das die Fragen, die die meisten Menschen im Lande bewegen. Nicht, wer mit wem koaliert oder wann die Hiobsbotschaften ein Ende haben. Sondern eben die, was noch alles geschehen muss, dass den Menschen der Kragen platzt und sie mit dem Aufräumen anfangen. Oder dass diejenigen, die eine Kalamität nach der anderen produzieren, das Gefühl haben, sie könnten jetzt All in! gehen und den Großbrand entzünden. Um das Ganze mit einem Kalauer aus der Beraterbranche zusammenzufassen: Es bleibt spannend. Angesichts der Brisanz der Fragen ist diese Bemerkung allerdings an Dekadenz nicht zu überbieten.

Reicht es nicht, dass es mittlerweile Mandatsträger gibt, die dabei zugesehen haben, dass diesem Land eine vitale, kritische Infrastruktur zerstört wurde und sie bei ihrer Verkündigung durch vermeintliche Verbündete einfältig grinsend daneben standen? Oder dass, bei dem momentanen Verdacht der ermittelnden Staatsanwaltschaft die Indizien für eine Tat aus der Ukraine sprechen, von Mitgliedern des Bundestages geäußert wird, es hätte ja im eigenen Interesse gelegen? Landesverrat aus den Mündern von vereidigten Volksvertretern? Oder reicht es nicht, dass Sanktionspakete gegen Russland, die die eigene Wirtschaft ruinieren, ununterbrochen fortgesetzt werden? Oder dass der vermeintlich transatlantische Verbündete grandiose Geschäfte mit dem Niedergang des eigenen Landes macht? Oder dass die Doppelmoral täglich den klaren Himmel vergiftet wie es kein Verbrenner vermag? Oder dass vermeintliche Drohnen-Angriffe, von denen niemand weiß, woher sie kommen, ob aus Russland, oder gar aus der Ukraine oder dem Baltikum, um die NATO in einen Krieg gegen Russland zu ziehen, behandelt werden wie eine massive Kriegsbedrohung, während in Gaza ein Völkermord tobt? Oder dass man in einem Land,  in dem 75 Prozent der Milliardäre sich aus Erbgut speisen, übrigens ein Spitzenwert im Vergleich zu anderen Ländern wie Frankreich oder Großbritannien, in denen es gerade mal ein Drittel ist, mit Verschonungsregelungen gepampert werden, während Bedürftige als das tatsächliche Problem benannt werden? Oder dass die gesamte politische Kaste gar nicht mehr weiß, was Diplomatie bedeutet? Und daher plappert wie die kriegsbesoffene Regenbogenjournaille? Und dass hinter jeder Panne, hinter jeder Petitesse und hinter jeder Nachlässigkeit der böse Russe vermutet wird? Und reicht es nicht, dass die vielen Gründe, die eigentlich dazu führen müssten, dass es reicht, nicht enden wollen?

Oder ist es bereits soweit getrieben, dass eine Übersättigung von Dekadenz, Nonsens und Phantasmagorien, in die Welt gesetzt von einer hemmungslosen Kriegspropaganda und übernommen von einem an Dilettantismus nicht zu überbietenden Personal mit politischen Mandaten soweit gediehen ist, dass das Zündholz endlich an das Pulverfass der kollektiven Zerstörung gelegt werden kann? Vieles spricht mittlerweile dafür, dass dieser Zeitpunkt erreicht ist. In diesen Kreisen könnte es heißen: Es ist angerichtet. Hängen wir die Fische in den Rauch! 

Wären da nicht Regungen aus anderen Ländern, wie aus Italien, Frankreich und Spanien, wo es mittlerweile nicht nur klimatisch heiß hergeht. Wo die Gewerkschaften und viele echte, nicht von irgendwelchen Regierungen gesponserte Zusammenschlüsse zeigen, wie schnell so ein Laden, der für den Krieg eingerichtet wurde, auch zum Stillstand gebracht werden kann. Und auch das wäre noch ein Grund dafür, dass es reicht! Von all dem Widerstand gegen die Kriegswirtschaft und Kriegspropaganda auf dem europäischen Kontinent soll hier niemand erfahren. Es könnte ja zur Nachahmung anregen. 

Kriegspropaganda: Hängen die Fische schon im Rauch?

Kriegspropaganda: Die Menschen sind keine Hunde?

Bei der Hundedressur geht man davon aus, dass das Erlernen eines Kommandos, je nach Komplexität der Botschaft, 5000 bis 7000mal wiederholt werden muss, bis es sitzt. Anscheinend haben die Erkenntnisse aus der Dressur dazu geführt, dass man bei der Beeinflussung des Homo sapiens in den Massengesellschaften des 21. Jahrhunderts noch massiver auftreten muss, bis die Botschaft etabliert ist. Wer genau hinhört, erfährt seit dem Februar letzten Jahres, als russische Streitkräfte die ukrainische Grenze überschritten, täglich mehrmals, in allen Leitmedien, dass dieses Ereignis als der völkerrechtswidrige Angriff auf die Ukraine zu sehen ist. Und, isoliert betrachtet, ist diese Information richtig. Allerdings wissen wir alle, und ich betone alle, dass diese Invasion über acht Jahre lang systematisch vorbereitet wurde. Auch und gerade von jenen, die gleichzeitig freudig und entsetzt auf die Invasion reagiert haben. Dass planvolle Kriegstreiber jetzt im Zentrum des Entsetzens sitzen, soll mit der ständigen Wiederholung der isolierten Information ausgeblendet werden.

Ich habe nachgerechnet. Die Meldung über den völkerrechtswidrigen Angriff Russlands auf die Ukraine hat das bundesrepublikanische Durchschnittsohr seit dem Februar letzten Jahres zwischen 22.000 und 25.000 mal erreicht. Der polemische Rückschluss sei erlaubt, dass jede Straßentöle das Kommando seit langem beherrscht. Und das, liebe Gemeinde der freien Welt, ist genau das Kalkül. Die Fortführung der Expansionspolitik nach Osten, die 1990 begann und seitdem in wechselnden Nuancen fortgesetzt wurde, hat nun eine Dimension erreicht, die, was den Aufwand anbetrifft, in der Liga des historischen Unternehmens Barbarossa spielt. Chapeau! Wer in den Reminiszenzen des Deutschritterordens im Baltikum verweilt, den wird ein wohliges Gefühl durchströmen. Wer allerdings die Verheerungen des II. Weltkrieges noch im Gedächtnis hat, der wird dem Schrecken nicht entrinnen. Deutsche Panzer gen Osten – das Bild ist einfach zu stark, als dass es für Menschen mit historischem Bewusstsein verkraftbar wäre.

Und alles wird getan, um die Geschichte auszulöschen und umzuschreiben. Dass die USA mittlerweile als alleinigen Befreier auf den Jahrestagen des Kriegsendes gefeiert werden, zeigt, wie weit man fortgeschritten ist mit der Dressur. Und dass die USA seit dem Ende dieses großen Krieges die völkerrechtswidrigen Auftritte mit Millionen von Toten bis in die Gegenwart gesammelt haben wie die reifen Erdbeeren, glaubt man durch Nichterwähnung aus dem kollektiven Gedächtnis gelöscht zu haben.

Die Politiker, die momentan die Geschäfte eines bis heute militärisch nicht unabhängigen  Gebietes führen, sollen sich bitte nicht einbilden, dass ihr Verständnis der Welt, das, ja, der Vergleich passt, an die Schlichtheit von unheilvollen historischen Jugendverbänden erinnert, nicht mit dem kongruent ist, was in der Bevölkerung an Kenntnissen noch vorhanden ist. Die Indoktrination durch ein wohlstandsverkommenes Milieu ist zwar weit fortgeschritten, aber noch ist die Bevölkerungspyramide nicht so, als dass die Indoktrinierten die numerische Oberhand hätten. Es ist also eine Frage der Zeit. Und das wissen die Handelnden, deshalb sind sie auf der Beschleunigungsspur. Und eine Wendung hin zum Guten, d.h. zu einem Frieden, wird es mit ihnen nicht geben. Sie wollen ihn nicht und sie haben keine Idee, wie der aussehen soll, es sei denn sie fahren im Triumphwagen Richtung Osten, hauen die Kralle auf die dortigen Ressourcen und füllen die Supermarktregale mit ihrem Trash.

Derweilen läuft das Dressurprogramm ununterbrochen weiter, die Kommandos werden bis zum Überdruss wiederholt. Was bei dem ganzen Eifer etwas unterzugehen droht, ist das Faktum, dass die Menschen keine Hunde sind. Oder muss der Satz revidiert werden?  

Heute Journal: Wann wird zurückgeschossen?

Sie haben sich verdächtig nah an die propagandistischen Konstrukte aus der Vergangenheit begeben. Stören tut es momentan anscheinend nur eine Minderheit, die die Analogien zum Vorabend des II. Weltkrieges noch präsent hat. Da war es der Job der SS, mit fingierten Verletzungen der vermeintlich eigenen Souveränität Begründungen für die eigene Aggression zu konstruieren. So überfielen SS-Schergen den deutschen, an der Grenze zu Polen gelegenen Sender Gleiwitz, tarnten sich als polnische Nationalisten, strahlten für vier Minuten ein Programm zur Okkupation deutscher Gebiete aus und verschwanden wieder. Den deutschen Strategen reichte das, um später über alle Sender den berühmten Satz zu verkünden: Seit 5.45 Uhr wird zurückgeschossen. Es war der Beginn des II. Weltkrieges.

Vor einigen Tagen verlas die Nachrichtensprecherin des heute Journals die Meldung, dass an der Grenze der EU beunruhigende Manöver seitens Russlands und Weißrusslands stattfänden, was in NATO-Kreisen zu großer Besorgnis geführt habe. Was nicht gemeldet wurde, war die Tatsache, dass die Manöver auf weissrussischem und russischem Hoheitsgebiete stattfanden und insofern als eine im Völkerrecht als Verteidigungsmaßnahme akzeptierten Rahmen stattfanden, während die Frage, was die EU und die NATO an der Grenze der beiden genannten Staaten zu suchen haben, nicht gestellt wurden. 

Gestern nun wurde, wiederum im heute Journal,  über das Zerwürfnis zwischen Frankreich und Australien im Zusammenhang mit dem geplatzten U-Boot-Geschäft berichtet. Die Gründung des AUKUS-Paktes, einer im Pazifik operierenden Militärallianz zwischen den USA, Großbritannien und Australien, wurde mit der wachsenden Aggressivität Chinas im südchinesischen Meer begründet. Man sprach dabei nicht von chinesischen U-Booten im Golf von Mexiko, sondern von amerikanischen U-Booten im südchinesischen Meer, die sich durch chinesische Seestreitkräfte gestört fühlen. Und in diesem Kontext sprach wieder einmal im gleichen Format eine Vertreterin von als seriöser Quelle eingestuften nebulösen Think Tanks davon, dass die verstärkte Konzentration der USA auf den Pazifik nun dazu führe, dass die Europäer sich nun selbst verstärkt um ihren „Hinterhof Russland“ kümmern müssten. 

Durch die Umwertung geographischer Begebenheiten und nationaler Souveränitätsbereiche werden in einem Format des öffentlich-rechtlichen Fernsehens nach Art kriegsvorbereitender Propaganda die Nachrichten gestaltet. Befänden wir uns in einer tatsächlichen Republik, dann wären die Ermittlungsbehörden bereits aktiv und würden den dortigen Redakteuren wegen Volksverhetzung das Handwerk legen. Hier wird es, inmitten eines Bundestagswahlkampfes, ohne auch nur eine Gegenrede geschluckt. Es dokumentiert die Verwahrlosung, die sich in den Institutionen dieses Gemeinwesens bereits breit gemacht hat und die zeigt, dass zumindest in diesen Institutionen keine demokratische Substanz mehr vorhanden ist, um den Produzenten systematischer Fake News, den Hasspredigern, den verkappten Rassisten und offenen Kolonialisten das Handwerk zu legen.

Man fragt sich, was denn die Aufsichtsräte, in denen Vertreterinnen Vertreter aus Parteien und Verbänden sitzen, dort eigentlich machen? Sind sie, hypnotisiert von üppigen Kuchenbuffets, eigentlich noch ihrer Aufgabe gewachsen? Oder hat die tägliche Hirnwäsche bereits dazu geführt, dass sie tatsächlich an das glauben, was in den dortigen Giftküchen produziert wird?

Ihrer Aufgabe kommen weder sie noch die Ermittlungsbehörden nach. Das, was man republikanische Substanz nennen muss, ist in einem Land, das zunehmend im Rausch lebt, andere bekehren zu müssen, nicht mehr vorhanden. Tiefer kann ein Staat nicht sinken.