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Noch ist die Messe nicht gelesen!

Noch ist die Messe nicht gelesen. Obwohl viel erzählt wird. Von allen Seiten. Im Krieg herrscht alles Mögliche. Nur nicht die Wahrheit. Die wurde verbannt. Wenn die Regisseure der Vernichtung am Werk sind, regiert die Lüge. Und dennoch ist es möglich, bestimmte Marken zu erkennen. Jeder Mensch weiß, dass Bombardements nicht nur Sachen vernichten, sondern auch Menschen töten. Und jeder Beobachter weiß, dass Menschen flüchten, wenn ihre Bleibe ruiniert ist. Tod, Flucht und Krankheit sind der Preis, denn diejenigen bezahlen, in deren Areal der heiße Krieg das Zepter übernommen hat. 

Und dann folgen die Kausalketten. Wenn keine Rohstoffe mehr ihre Ziele erreichen, dann steigen zuerst die Preise, dann wird rationiert und die staatliche Kontrolle steigt ins Unermessliche. Wer von denen, die an der vermeintliche Peripherie leben, glaubt, die Bombenteppiche sind weit weg und das Geschehen ginge einen nichts an, hat zu sehr an der bellizistischen Propagandaflasche genuckelt. Die, machen wir uns nichts vor, auch hier fleißig gereicht wird. Wenn irgendwo Desinformation von einem Mittel der Geheimen Dienste zu einem Massenphänomen gediehen ist, dann hier, in einem Land, das es fertig gebracht hat, in einem nur halben Jahrzehnt von einer global respektierten Mittelmacht zu einer modrigen Bananrepublik herabzusinken.  

Und erzähle niemand, es läge an der deklarierten Gefahr von der neuen Rechten. Die existiert, zweifelsfrei, aber an der Dekonstruktion der wirtschaftlich ehemals potenten und institutionell gefestigten Republik hat sie keinen Anteil. Demokratie lebt, wenn die Bürgerinnen und Bürger ihre Rechte wahrnehmen können und auch wahrnehmen. Man schützt sie nicht durch eine Einschränkung nach der anderen. Und Demokratie wird weder am Hindukusch oder am Dnjepr verteidigt, sondern in den Schulen. Und wer als Kanzler wie ein ungelenker Lakai neben einem amerikanischen Präsidenten steht und sich einfältig grinsend anhört, wie dieser dafür sorgen werde, die kritische Infrastruktur deines Landes zu zerstören. Oder wenn der nächste Kanzler beim darauffolgenden amerikanischen Präsidenten im Büro sitzt wie der Klassenclown und dämlich grinsend nickt, wenn dieser über befreundete Nachbarländer herzieht, kann sich, in dem einen wie dem anderen Fall, kein anderes Attribut verdienen als das einer überbewerteten Knallcharge.

Die Liste ist lang, und die Aufzählung dessen, was sich aus einem völlig legal betriebenen Politbetrieb als Funktionselite etabliert hat, kann nur Bedauern auslösen. Da zeigt ein staatliches Gemeinwesen, wie es kollektiv degeneriert. Und das, was da immer als Kampf gegen Rechts bezeichnet wird, ist der letzte Schelmenstreich einer bereits überforderten tatsächlichen Rechten, um vom eigenen Versagen abzulenken. Wer allerdings glaubt, bei einer neuen Rechten besser aufgehoben zu sein, hat die eine Droge gegen eine andere ersetzt.  Die zum Teil scharfe, nicht unrichtige Kritik an den bestehenden Zuständen, beinhaltet keinerlei Programm, kein Personal und keine organisatorische Kompetenz, um eine strategische Neuausrichtung dieses Landes auf den Weg zu bringen. Einmal an der Macht, werden sehr schnell die alten durch neue Feindbilder und Sündenböcke ersetzt werden. Beide Varianten konkurrieren miteinander in ihrer Armseligkeit.

Noch ist die Messe nicht gelesen. Vielleicht reicht der Flächenbrand auch bis in die Lüneburger Heide. Vielleicht kommt auch nur eine Ressourcendiktatur, nach der sich so manch einer der von der Monopolpresse so gehypten Ideologen schon offen sehnt. Vielleicht lodern aber auch bald ganz andere Feuer. Wir wissen es nicht. Das einzige, was sicher ist, ist die Gewissheit, dass der Weg zurück für immer versperrt bleiben wird.

Noch ist die Messe nicht gelesen!