Schlechte Nachrichten für alle Fußballfreunde. Der Bann der russischen Olympioniken für die bevorstehenden Spiele ist nur der Auftakt für einen groß angelegten, und mit der Fußballweltmeisterschaft im kommenden Sommer in Russland wuchtig einsetzenden Propagandakrieg. Ja, Sie haben richtig gehört. Der propagandistische Charakter der hiesigen Medien wird nie deutlicher als bei Sport-Events. Da wird, je nach politischer Interessenlage, genau das Bild eines Landes vermittelt, das dazu passt. Da werden schon einmal schlimme, korrupte oder die Menschenrechte verletzende Verhältnisse wegradiert und im anderen Fall wird jede staatliche Aktion in Zusammenhang mit Willkür und Diktatur gebracht. Lesen Sie sich die Journale vergangener Olympiaden oder Fußballweltmeisterschaften durch. Es ist ein trauriges Erlebnis, zu sehen, in welchen manipulativen, und abstoßenden Dimensionen da gearbeitet wird.
Sicher ist, dass die WM in Russland dazu genutzt werden wird, das negative Bild Russlands, das bereits gezeichnet ist, noch mit grellen Farben zu übermalen und somit an einem Feindbild zu arbeiten, das so langsam kriegstauglich ist. Wer weiß, was der Branche alles noch einfallen wird. Wahrscheinlich sind es tobende, barbarische russische Fans, die sich, wie bei der vergangenen Europameisterschaft in Frankreich, an den britischen Philatelisten vergreifen. Oder es werden vielleicht deutsche Fans vermisst werden, die im Sumpf der Prostitution zu Boden gegangen sind. Und natürlich werden Mannschaften durch Sabotageakte von Köchen außer Kraft und auf die Töpfe gesetzt werden oder Schiedsrichter bestochen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.
Darüber hinaus wird es Reportagen geben über das normale, einfache Leben in Russland, wo ganz sympathische Leute darüber berichten werden, wie der Staat ihnen das Leben zur Hölle macht und wie schön es wäre, Verhältnisse wie im Westen zu haben. Und es wird politische Skandale geben, die direkt enthüllt werden, wenn das Turnier in vollem Gange ist. Wie weit man bereit ist auf dem Propagandafeldzug zu gehen, hat sich im Vorfeld gezeigt, als man kurzerhand der langjährigen und populären Experten Mehmet Scholl vor die Tür setzte, weil er sich weigerte, sich an politischen Statements gegen Russland zu beteiligen. Seine Haltung war die eines unbestechlichen Journalisten. Da trifft dann wohl die Charakterisierung zu: verkehrte Welt.
Das tatsächlich Sportliche wird hinter dieser Propagandaschlacht verbleichen und zur unbedeutenden Note werden und schnell in Vergessenheit geraten. Wie gesagt, es sind schlechte Zeiten für Fußballfreunde. Nach dem Turnier 2014 mit Deutschland als Weltmeister setzten die hemmungslose Kapitalisierung und die damit einhergehende Monopolisierung des Sports ein. Für den Brasilianer Neymar zahlte Paris St. Germain den Preis eines Airbusses! Mit der WM in Russland wird die Instrumentalisierung des Sports zu Kriegszwecken geübt und dann folgt die WM in Katar. Da wird das Volk, aus dem der Fußball entstand, das Proletariat in den typischen Ländern dieses Sports, kurzerhand vom Turnier in der Wüste ausgeschlossen und wahrscheinlich ein Loblied gesungen auf die letzten Ausläufer der Sklavenhaltergesellschaft. Dann werden auch die Unverbesserlichen die Faxen dicke haben du sich von der Schmierenkomödie abwenden, die machtgeile Vereinsbosse, die korrupte FIFA und die bellizistische Presse aus ihr gemacht haben.
Hoffnung? Ja, Hoffnung besteht natürlich. Die Idee des Spiels wird weiterleben jenseits der sterilen Tempel verkommener Eliten. Auf Bolzplätzen, in Lagerhallen oder auf der Straße. Und der Spaß wird zurückkommen. Ganz ohne Glanz, dafür aber ehrlich.
