Ein wütender Präsident und Spekulationen über den Endsieg

Auf den ersten Blick mutet es wie eine Erholung an, dass es auch in den demokratischen Parteien menschelt. Und es ist zu raten, es zunächst bei dem ersten Blick zu belassen. Das Menschliche, was aus den Institutionen und Parteien an unsere Ohren dringt, ist aus den Kanälen der Kolportage. Denn, wer ist schon direkt dabei und bekommt es mit? Fangen wir in Übersee an, dort, wo immer noch die Macht des Okzidents konzentriert ist. Vom gegenwärtigen Präsidenten der USA, der sich in einem erneuten Konkurrenzkampf um das Amt mit dem ungeliebten Donald Trump befindet, wird kolportiert, dass er mit einem für sein Alter ungewohnten Gefühlsausbruch auf die Praxis des israelischen Präsidenten Netanyahu reagiert, mit den Füßen aufgestampft und so etwas von Asshole geschrien habe. Anlass sind die Stimmenverluste im eigenen, demokratischen Lager, weil viele dort die Form der Vergeltung im palästinensischen GAZA-Streifen für die Bestialitäten der HAMAS an der israelischen Zivilbevölkerung für eine Barbarei halten. Ob es Onkel Joe dabei nur um die Stimmen geht, oder ob er die menschliche Dimension für katastrophal hält, ist ungewiss. Und ob es zu einer Haltungsänderung in der amerikanischen Politik um diesen Konflikt führen wird, ist ebenso ungewiss.

In Deutschland wiederum wird davon berichtet, dass die GRÜNEN wegen der Prognosen für die bevorstehenden Europawahlen besorgt sind. Manche Institute sprechen von einer möglichen Halbierung der Stimmanteile. Deshalb, so ebenfalls ein Geflüster aus dem Bett der Kolportage, hofften einige Protagonisten wie die Bundesaußenministerin und der amtlose promovierte Biologe, der immer noch auf eine Mandatskarriere fokussiert ist, dass sich im Krieg der Ukraine gegen Russland sich das Blatt wenden möge. In der Lieferung von Taurus Marschflugkörpern wird diese Möglichkeit gesehen. Aber auch in diesem Falle gilt: es ist ungewiss, ob es zu der Lieferung kommt, und selbst wenn, ist ungewiss, ob es zu einer Wende im Kriegsgeschehen führt, außer der Möglichkeit, dass die Bundesrepublik dann direkt auf dem Gefechtsfeld steht. Die Verzweiflung muss groß sein, bei so vielen Unbekannten derartige Risiken einzugehen. Andererseits zeigt es die menschliche Tragödie, wenn das Festhalten am oder das Streben nach dem Amt dazu führt, Vabanque spielen zu wollen. 

Hier ein Arschloch, das einem das Leben schwer macht und dort der Traum vom Endsieg, der das Amt sichern soll. Beim Anblick auf das Menschliche nur bei diesen beiden Beispielen wird deutlich, wie sehr die gegenwärtige Politik von ihrer konstitutionellen Bestimmung entfernt ist. Denn, man schlage in den Werken nach, in denen seit der Antike über eine Politik räsoniert wurde, die den Auftrag der Allgemeinheit zu vollziehen bestimmt ist, und man findet wenige, einfache Sätze, die den klaren und einfachen Gedanken der Demokratie untermauern. Da ist zu lesen, dass es darum geht, dem Willen des großen, abstrakten Ganzen zu dienen. Und da steht geschrieben, dass nicht der Mensch zum Amt kommt, sondern das Amt zum Menschen. Und, nahezu als Appendix, dass der Lohn des Amtes das Amt selbst ist. Das Menscheln, wie wir es kolportiert bekommen, ist ein Indiz für die Entfernung zwischen konkret handelnden Individuen und der hehren Idee. In einem solchen Fall kann man über alles diskutieren, aber bitte nicht über Werte!  

2 Gedanken zu „Ein wütender Präsident und Spekulationen über den Endsieg

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