Konflikt mit Russland: in amerikanischen Serien bereits alles abgefrühstückt!

In der Filmwelt war alles bereits längst präsent. Die NATO-Osterweiterung, die Verwerfungen mit Russland, und die russischen Reaktionen darauf. Und gar nicht mal so, wie es die Demagogen der Kampfpresse es uns heute glauben machen wollen. Nein, da ging es zwar auch immer um die politische Rivalität, aber es wurde innerhalb der einzelnen Lager durchaus differenziert. Hier wie dort gab es die Falken, die auf eine direkte, vielleicht sogar atomare Konfrontation aus waren, und die Besonnenen, vom jeweiligen Patriotismus und dem Wunsch nach einer stabilen Friedensordnung Getriebenen. Es gab Verbündete auf beiden Seiten und Gleichgesinnte im Sinne maximaler Zerstörung.

Es ist zu empfehlen, sich aus heutiger Sicht  zwei amerikanische Serien anzuschauen, die auf einen Schlag das Narrativ von dem plötzlichen, unerwarteten Angriff Russlands auf die Ukraine der Lächerlichkeit preisgeben. Mit dem forcierten Regime Change in der Ukraine im Jahr 2014 waren die Karten für den bewaffneten Konflikt gemischt. 

Zum einen handelt es sich um die bislang in drei Staffeln vorliegende, sich anfangs auf die Bücher des mittlerweile verstorbenen Schriftstellers Tom Clancy berufenen Verfilmungen unter dem Titel der fiktiven Hauptfigur Jack Ryan. Letzterer, ein immer wieder mit seiner Sendeorganisation CIA, ihrerseits auch bürokratischer Apparat, in Konflikt geratener Agent, der schlimme Entwicklungen aufspürt und versucht, mit allen möglichen Allianzen, auch auf russischer Seite, das Treiben der Falken zu verhindern, die mit der avisierten NATO-Mitgliedschaft ihre Stunde als gekommen ansehen. Vor allem in der dritten Staffel,  in der es um die Erwägung eines begrenzten russischen Atomschlags jener Falken geht, die nicht vor Morden in den eigenen Reihen zurückschrecken, ist das, was wir heute in allen Varianten erleben dürfen, antizipiert. Abschluss der Dreharbeiten: Oktober 2021. 

Eine andere, ebenso aufschlussreiche Serie war Madame Secretary, die in den Jahren 2014 bis 2019 auf dem amerikanischen Fernsehsender CBS ausgestrahlt wurde. Vom Setting her geht es darum, dass eine, oh Wunder! – früher im Geheimdienst verortet gewesene Karrierebeamtin vom amerikanischen Präsidenten, der shon dort ihr Chef war, zur Außenministerin berufen wird, um sie als seine potenzielle Nachfolgerin aufzubauen. In jeder Folge ist eine internationale Krise zu bewältigen und es wird sehr gut gezeigt, wie politische Allianzen, geheimdienstliche Netzwerke und militärische Interessen miteinander verwoben sind und dank der Politikerin zum Nutzen des Landes zu einer Lösung gebracht werden. Alle Themen, die den Regierungsalltag einer Großmacht ausmachen, haben dort ihren Platz, seien es Terroranschläge, seien es internationale Krisen, lokale Kriege, Vertragspoker, Skandalisierungen durch die Presse etc. Madame Secretary behält immer einen kühlen Kopf und letztendlich die Oberhand. Was die Ausgangsfrage anbetrifft, so sind die Passagen interessant, in der das politische Personal der Ukraine bis hin zu Terroranschlägen versucht, die amerikanische Regierung zu einem gewissen Handeln zu verpflichten. 

Betrachtet man nur diese beiden, bezeichnenderweise seit dem Regime Change in der Ukraine realisierten amerikanischen Filmprojekte, so könnte man, beschränkte man sich auf die Propagandageschichten der deutschen Leitmedien, fragen, seit wann die Filmstudios in Hollywood von abstrusen Verschwörungstheorien getrieben würden? 

Oder handelt es sich nicht um deutlich und ohne Schnörkel formulierte gewünschte Ergebnisse des eigenen politischen Handelns? Und ist das nicht so offensichtlich gewesen, dass die Verarbeitung im kommerziellen Film kaum als Geheimnisverrat angesehen werden konnte?

Oder anders herum: jeder amerikanische Serienfreak weiß seit langem mehr, als unsere Qualitätsmedien.   

2 Gedanken zu „Konflikt mit Russland: in amerikanischen Serien bereits alles abgefrühstückt!

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  2. Avatar von LopadistoryLopadistory

    Gerade amerikanische Drehbücher tragen, gewollt oder ungewollt, sehr oft prophetische Züge in sich. „Wag the Dog“ ist ein altes, aber gutes Beispiel dafür.

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