Archiv für den Monat April 2023

Eine kollektive Reise in den Abgrund

Eines ist gewiss: Mit dem politischen Personal, das sowohl die Republik als auch die EU repräsentiert, ist nicht nur der Konflikt mit Russland besiegelt, sondern es steht auch die direkte Konfrontation mit China ins Haus. Inwieweit sich diese Politik mit den Interessen der Bevölkerung deckt, wird seitens der Verantwortlichen nicht mehr ermittelt. Und es ist ihnen auch egal. Sicher ist, dass sie sich ohne Wenn und Aber der Administration durch die USA unterstellt haben. Hätte auch nur eine Person in diesem ganzen Ensemble so etwas wie einen strategischen Blick und eine eigene Haltung, die sich auf das ihr erteilte Mandat bezöge, würde sehr schnell der Stern der Erkenntnis aufgehen. Seit Ende des II. Weltkrieges sind die USA kontinuierlich für direkte militärische Interventionen, den lancierten Sturz von Regierungen und Millionen von Toten verantwortlich. 

Allein diese Bilanz verbietet jede Verbindung mit dem Gedanken an Werte und Menschenrechte. Die einzigen Werte, die bei dieser Bilanz eine Rolle gespielt haben, waren monetäre. Es ging immer um Märkte, Ressourcen und geostrategische Vorteile. Weder in Korea, in Indonesien, noch in Vietnam, Laos, Kambodscha, noch im Iran, nahezu allen Ländern in Süd- und Mittelamerika, im Irak, in Libyen oder im ehemaligen Jugoslawien. Wer dort als Resümee der blutigen Verheerungen Avancen an das schöne Bild der Demokratie erblickt, möge sich bitte melden! 

Einmal abgesehen von den traurigen Figuren, die auf die Beobachter im Rest der Welt wirken wie von der regulären Schule relegierte Subjekte, denen ein Minimum an Sozialverhalten abgesprochen werden muss und deren Bildungsstandard folglich in erbärmlichem Zustand ist, die ihrerseits meinen, in einer katastrophalen Sprache andere belehren zu müssen, treiben sich dort noch einige Elemente herum, die es besser wissen müssten. Sie wiederum sind zu billigen Erfüllungsgehilfen avanciert oder aufgrund ihrer vorher schäbigen Amtsführung schlicht erpressbar.

Und da, auch das sei gesagt, stehen leider in der transatlantischen Befehlskette Figuren auf der Kommandobrücke, die auch ihrem Land große Sorge bereiten und das nationale Schamgefühl nachhaltig verletzt haben. Es sei nicht vergessen, dass die Leidtragenden in den USA wichtige Verbündete sind und bleiben! Aber dass die hiesige, marode und von dort aus teilweise alimentierte Presse den deutschen Amtsträgern die Sprechzettel schreibt, macht die Sache nicht besser. 

Es kommt, wie es kommen muss. Die Gefolgschaft gegenüber den USA, die sich ihrerseits höchstwahrscheinlich durch Terroranschläge noch einmal nachträglich Gehör verschafft haben, wird zu keinem guten Ende gelangen. Der Krieg in der Ukraine wird zur endgültigen Vernichtung der Ukraine führen, die Bundesrepublik Deutschland wird nicht nur essenzielle Wirtschaftskraft verlieren, sondern, wie bereits heute, auf lange Sicht nicht in der Lage sein, sich selbst zu verteidigen. Und, wenn die Clique um den unzurechnungsfähigen Joe Biden der Ansicht ist, Russland sei genug geschwächt, dann wird das chinesische Fass geöffnet. Letzteres ist jedoch kein Fass, sondern die Büchse der Pandora. 

Einmal abgesehen von den amerikanischen Stalljungen und Stallmädels, die sich derartige Fragen nicht stellen, wann in der Geschichte sind Vasallen aus dem Konflikt tatsächlicher Mächte als Sieger hervorgegangen? Da muss man lange nachdenken. Und dummerweise stösst man auf keinen Fall, der dieses absurde Konstrukt belegen würde. 

Den Nachdenklichen, die es immer noch trotz der kollektiv eingeübten Pöbeleien geben soll, kann leider nur eine Gewissheit übermittelt werden: Mit diesem Ensemble und diesem Kurs wird es ein böses Ende geben. Es ist eine kollektive Reise in den Abgrund.

Fundstück: Denn sie können nicht, was sie tun…

22. April 2009


Seit langem kursiert das nicht zum Schweigen zu bringende Gerücht, dass Wladimir Iljitsch Lenin, der Machtmensch, Stratege und geniale Reduzierer von Komplexität einmal erklärt haben soll: Wann haben wir einen revolutionären Zustand? Dann, wenn die oben nicht mehr können und die unten nicht mehr wollen! Und ob diese Kurzdefinition nun von Lenin daselbst gegeben wurde oder nicht, ist für die weitere Betrachtung unerheblich.

Tatsächlich nämlich ist die Kurzformel sicherlich eine sehr treffende Beschreibung für eine existenziell gesellschaftliche Krise. Wenn die Herrschenden, Mächtigen und Funktionsträger mit ihrem Latein am Ende sind, muss das noch lange nicht heißen, dass sich etwas ändert. Denn die große Masse kann dennoch dumpf dem Niedergang zuschauen, ohne dass sie sich bequemen würde das Vakuum, welches sich durch Unfähigkeit und Planlosigkeit auftut, mit Zorn und Unwillen zu füllen und nach Alternativen zu suchen. Und besonders der deutsche Michel ist seit jeher als Genosse Gleichmut und Bruder Wurstigkeit eine durchaus beständige Größe im Ablauf der Zeit.

Ist jedoch auch unten, dort, wo produziert und konsumiert wird und wo das Debakel in der Höhe seinen brutalen Niederschlag findet, ist dort der Wille angekommen, das Elend und die Demütigung nicht mehr hin zu nehmen, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Unfähigen zum Teufel gejagt werden und der Geist des Aufstands für eine lange Nacht den Thron besteigt. Dann herrschen für eine Weile die Sterne, und wer wach bleibt und nach ihnen greift, der findet sich im eben noch gehassten Oben wieder.

Dass wir, die reunierte Nation der Deutschen, in einer Phase weltweiter Finanzkrise und Neuordnung der Welt, immer deutlicher so regiert werden, dass die Beschreibung zuträfe, die oben könnten nicht mehr, muss nicht kontrovers diskutiert werden. Das schlichtweg Ideologische, Affirmative steht nur noch im Vordergrund, die Intelligenz befindet sich jedoch schon auf der Flucht und das Wohl der Regierten darbt schon lange im Exil. Es kann sich nur noch die Frage stellen, inwieweit es unten so aussieht, dass die Massen dort nicht mehr wollen.

Doch, damit wir nicht übermütig werden, dem ist nicht so. Denn die Empörung über das governmentale Desaster und die Chuzpe der Selbstbedienung wirkt nicht gegen das Sedativum, welches kalt berechnend gereicht wird in Form von Pendlerpauschalen und Abwrackprämien, deren wichtigste Nebenwirkung ein Delir ist, dass die Differenzierung zwischen Oben und Unten nicht mehr zulässt. Seit langem schon steht in der Anamnese, dass es Probleme beim Umgang von Statik und Dynamik gibt. Und jetzt noch das!