Jedes Wort hat seinen Ursprung. Wir verdanken den Begriff der Sabotage einem Akt bäuerlichen Widerstandes in Frankreich, um sich die schlechte Behandlung nicht mehr gefallen zu lassen. Die Bauern zertraten mit ihren Holzschuhen (sabots) die Saat auf den Feldern der Adeligen. Und ein gewisser britischer Captain Charles Cunningham Boycott, der im besetzten Irland die Bevölkerung mit exzessivem Zynismus malträtierte, erfuhr den Widerstand durch vollständige Isolation. Niemand handelte mehr mit ihm, niemand belieferte ihn, niemand arbeitete mehr für ihn.
Beide Begriffe haben einen historischen Kontext und sie verdanken ihr Überleben der Tatsache, dass der sich dahinter versteckende Widerstand erfolgreich war. Er war intelligent und er kam trotz nicht vorhandener Strukturen zustande. Quasi aus dem Bauch waren sich die Leidtragenden der Herrschenden einig, dass es nicht so weitergehen konnte und sie hatten eine Idee zum Handeln.
Warum gerade heute dieser Gedanke? Weil wir uns in einer Situation befinden, die an Dramatik nichts den historischen Beispielen nachsteht und vermutlich noch viel bestürzender ist. Wir stehen vor der Möglichkeit des kollektiven Untergangs, alle bekannten Institutionen und Organisationen, die in Tagen des bewussten ökonomischen und politischen Kampfes entstanden waren, sind auf Kriegskurs. Es hilft nichts. Kein Nachtrauern, kein Vorwerfen, kein Bezichtigen. Denn die Zeit ist nicht mehr vorhanden. Die Prolongierung eines Krieges, den die vermeintlich so wehrhafte Ukraine gegen eine Nuklearmacht nicht gewinnen kann, macht sie selbst zur Schlachtbank in einer geostrategischen Partie zwischen Russland und den USA. Beide Parteien spielen seit langem Krieg, mal kalt und mal heiß, zumeist völkerrechtswidrig, immer gegen die Menschenrechte. Wer sich da mit gutem Gewissen auf eine Seite schlägt, hat entweder verklebte Augen oder er will mitspielen, als Kriegsgewinnler, und davon gibt es eine ganze Menge.
Die Kriegsgewinnler sind die, die die Chance sehen, grandiose Waffengeschäfte zu vollziehen, die selbst aufgrund ihrer eigenen Bedeutungslosigkeit Ämter in der Kriegsmaschine zu ergattern trachten, die latenten Faschisten, die mit ihrem Rassismus und ihren imperialistischen Gelüsten endlich wieder im Rampenlicht stehen. Und, ja, sie verdienen einen eigenen Satz, diejenigen, die wissen, dass dieser kriegsgeile Militarisierungswahn zu nichts Gutem führen kann, aber ihre Haltung opfern, weil sie nicht die Courage haben, trotz des wehenden und zu erwartenden Shitstorms ihre Meinung beizubehalten. Schade, mehr aber auch nicht.
Angesichts dieser Bilanz kann es nur ein Mittel geben, das vielleicht, nicht garantiert, die Chance bietet, dieser ekelhaften Entwicklung der Politik Einhalt zu gebieten. Mit Sabotage und Boykott sind bereits zwei Begriffe gefallen, die immer noch ein zeitgemäßes Handeln ermöglichen. Alles, was das Handeln der Kriegslobby behindert, ist zu beflügeln und jeder, der nicht einen möglichen Frieden, sondern eine Eskalation des Krieges befürwortet, ist zu ignorieren, zu isolieren und vom sozialen Leben abzuschneiden. Jeder Mensch, dem es ernst ist mit einer kompromisslosen Friedenshaltung, die die einzige Chance auf das kollektive Überleben birgt, kann dazu einen Beitrag leisten.
Lassen Sie sich nicht durch die durchschaubaren, die wahren Hintergründe des jetzigen Krieges verschleiernden und pausenlos verbreiteten Geschichten den Verstand rauben! Das, was sich in der Ukraine vollzieht, ist nicht im Interesse der dort leidenden Bevölkerung und es wurde jahrelang vorbereitet. Und wer dort, ob in West oder Ost, frei von Schuld ist – aber lassen wir das. Die Steine fliegen bereits, und es ist höchste Zeit, Widerstand zu leisten. Jeden Tag, überall, mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen. Und, lassen Sie sich nicht entmutigen, keines davon ist zu lächerlich oder zu klein!

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Ein frommer Wunsch. Nur gehen fromme Wünsche leider nie auf.
Friedensbewegung? Wo denn?
Der Hintertreppenwitz der Weltgeschichte für kommende Geschlechter wird sein -falls demnächst noch wer übrig bleibt, der sich mit alten Quellen beschäftigen kann- dass da eine schlaffe, dekadente Zivilisation sich in eine Hybris hineinredete in Sachen „Keine Chance für Hass und Hetze“ – und dann kam der 24.02.22; und dann hassten und hetzten die Sonntagsschreiberlinge von eben alle ungebremst um die Wette – und müssten sich doch eigentlich nu selber bannen.
Abwink.
„Menschheit, du hattest von Anfang an nicht…“ ich wiederhole mich. Abwink.
Hätte da nicht „Castles made of sand“ besser gepasst?
(Nur ma so als Klugscheiß am Rande. :-))
I can‘t get no relief, said the joker to the thief
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