Der Wolf und die Fee

Da steht ein Wolf, der hat schon viel Schnee gesehen, vor einem Wesen, das gar nicht weiß, wie sich das anfühlt. Wird er die Zähne fletschen, um sein Terrain zu sichern?

Oder treibt ihn Mitleid, obwohl er sieht, wie fremd sein Gegenüber ist, das die vielen Winter nicht kennt? Versucht er, das Erlebte zu erzählen, und gibt das Vis-a-vis ihm zu erkennen, da es das wissen will?

Da stehen viele Zeichen im allzu großen Raum, die nach den vielen Fragen stehn. Und keiner ahnt, wie Wolf und Fee es miteinander halten. Vom Westen weht ein heißer, steifer Wind, im Osten ist es bitter kalt.

Die Hexen beider Welten tanzen um ihre blauen Feuer herum, die Amseln singen schöne Märchen und die Krähen winken krächzend ab. Die okzidentalen Raubtiere lecken ihre gierigen Lippen, und der Bär, unwillig, ist aus dem Winterschlaf erwacht.

Es stehen Schnee und Weite dem schnellen Werden und Vergehen gegenüber. Fronten statt Symbiose, Hunger statt Sättigung, Dummheit statt Weisheit, Antipoden, aus denen große Tragödien entstehen. 

Jetzt sehen sie sich an, der Wolf und die Fee.