Die Pazifizierung der jungen Männer

Sozialisation ist klassenspezifisch. Daran hat sich nichts geändert. Wer in den Familien und Vierteln aufwächst, die durch Armut und Arbeitslosigkeit geprägt sind, wird anders aufwachsen als diejenigen, die schon mit drei Jahren in mehrsprachig angelegte, musisch orientierte Kindergärten gehen und dorthin von der Mutter mit einem SUV der gehobenen Klasse gebracht werden. Jungs und Mädchen aus dem so genannten Prekariat haben es schwer. Ihre Zukunft ist sehr früh belastet mit gesundheitlichen Problemen und einer verunglückten Bildung. Familiäre Gewalt wie die Gesetze der Straßenkriminalität prägen sehr früh ihren Alltag und determinieren ihre Perspektiven.

Im Gegensatz dazu hat sich eine breite Mittelschicht formiert, die einen mehr als merkwürdigen Spagat vollzieht: Sie investiert horrende Summen in die Bildung ihres Nachwuchses, beraubt ihn aber zunehmend der körpereigenen Abwehrmittel, um sich im wahren Leben durchzusetzen. Besonders betroffen sind die Jungs und angehenden jungen Männer, die fast ausschließlich durch die pädagogischen Hände von Frauen gehen und deren biologische Anlagen, die spätestens mit der Pubertät offen zutage treten, tabuisieren und als etwas gesellschaftlich nicht Erwünschtes stigmatisieren. Ob in Kindergarten oder Schule, Jungs bekommen statistisch nachgewiesen, dass sie weniger intelligent sind als Mädchen und vorgehalten, dass ihre Neigung, sich im Notfall auch physisch zu wehren, eine primitive, unzivilisierte Eigenschaft ist.

Durch die gesetzten pädagogischen Anreizsysteme wird die natürliche Wehrbereitschaft von jungen Männern gleichgesetzt mit Militarismus und Kriegstreiberei. Dieser Akt, der sich ideologisch hinweg setzt über gattungsspezifische Biologismen, stellt eine der dramatischsten Fehlentwicklungen der letzten Jahrzehnte dar. Und immer, wenn das fatale pädagogische Konzept ein Desaster hervorbringt wie zum Beispiel die fast zum Alltag gewordenen Amokläufe, lenken die Ideologen systematisch von der Ursache ab und reden von Verstärkung der Polizei, einer technischen Sicherung von Schulen, dem Verbot von Videospielen oder der Verschärfung des Waffengesetzes. Die tatsächlichen Ursachen werden ausgeblendet. Stattdessen findet eine Stigmatisierung statt, die den Kampf und die Gegenwehr, den physischen Abbau von Aggression und den Erwerb eines Selbstwertgefühls für den heterosexuellen Mann, zum Ziel hat.

Man sollte die Entwicklungslinien im Auge behalten: Die durchsetzungsfähigen Exemplare des maskulinen Nachwuchses werden zunehmend im Prekariat aufwachsen. Sie werden sich nicht als die Bündnispartner der politisch korrekt ausgerichteten und effeminierten neuen Führungselite eignen. Neben den sozialen Gegensätzen sind extrem unterschiedliche Rollenvorstellungen zu verzeichnen und es kommt mangels gemeinsamer Sprache wie Symbolik die Unfähigkeit hinzu, miteinander zu kommunizieren. Man könnte zu der Spekulation verleitet werden, die Mittelstandselite mit ihrer Pazifizierungsideologie hätte bereits den Zeitzünder gezogen, der die Detonation einleitet.

Ein Gedanke zu „Die Pazifizierung der jungen Männer

  1. Avatar von earendilearendil

    Was dieses wirre Zeug nun wohl wieder heißen soll… na, egal. Auch als junger Mann mit „natürlicher Wehrbereitschaft“ (DA hab ich’s gelesen!) dresch ich nicht auf Schwächere ein, das haben meine Kindergärtnerinnen zu stark stigmatisiert. Als totalitärer Charakter spiel ich jetzt lieber Tropico und werde Diktator.

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