Synergien aus Diversität

Die Identifikation einer globalen Kompetenzgeographie legt nahe, sich Gedanken darüber zu machen, wie die Kommunikation zwischen den einzelnen Kernkompetenzen aussehen muss, damit sie zu strategisch gewünschten Ergebnissen führt. Und die Tatsache, dass in unterschiedlichen Regionen dieser Welt unterschiedliche Kompetenzen zu identifizieren sind, macht mehr als deutlich, dass eine absolute Konkurrenz untereinander zu nichts führen kann. Diese Art von Konkurrenz setzt auf Ausgrenzung lebenswichtiger Fähigkeiten und impliziert immer auch Destruktion.

Wenn davon ausgegangen werden kann, dass Produktion und Technik, Workforce, Handel und Vermittlung sowie anthropologisch universale Sozialmuster zu den Formen geographischer Kompetenz zählen, über die wir hier reden, wird deutlich, wie unsinnig die Verfolgung von Dominanzzielen in globalem Maßstab geworden ist. Wenn England, Frankreich und später Deutschland um die Vorherrschaft im 19. Jahrhundert kämpften, dann war dieses innerhalb des Produktions- und Technikblocks. Die Kolonien waren ein Übergriff dieses Blocks auf Workforce, Ressourcen oder Handelswege. Sie instrumentalisierten transatlantische oder transpazifische Kernkompetenzen und richteten diese auf die Dauer ihrer Herrschaft erfolgreich zugrunde.

Workforce, Handel oder archaisches Sozialmuster hingegen gelang es nie, den Komplex von Technik und Produktion zu unterwerfen. Daher hat sich das technokratische Denken, welches grundsätzlich das einer instrumentellen Vernunft ist, den Vorteil einer globalen Übung verschaffen können, auch wenn es grundsätzlich destruktiver Natur ist. Die Instrumentalisierung der einen oder anderen Weltkompetenz durch die andere wird immer mit sich bringen, lebenswichtige Potenziale zu zerstören.

Es ist daher längst an der Zeit, die Diversität verschiedener Kompetenzen auf dem Globus anzuerkennen und sich Gedanken darüber zu machen, wie diese potenzielle Diversität zu einer Kooperation gebracht werden kann, die tatsächlich Synergien hervorbringt. Voraussetzung dafür ist die Wahrnehmung dieses Zusammenhangs. Die Vorstellung, es handele sich lediglich um unterschiedliche Kulturkreise mit verschiedenen Götzenbildern ist so archaisch wie das Götzenbild selbst.

Um die Chance von Synergien durch Diversität kommunizieren zu können, muss die Fähigkeit entwickelt werden, sozio-kulturell-ökonomische Kernpotenziale diagnostizieren zu können und einen Eindruck davon herzustellen, wie eine Kombination unterschiedlicher Stärken in internationalen Organisationsformen zu managen sind. Dazu gehören Menschen, die wissen, wie sich die unterschiedlichen Weltkompetenzen konstituieren, welcher sozialen Semantik sie bedürfen und wo das gemeinsame Interesse an einer Kooperation zu finden ist.