Aufgrund des Zusammenbruchs im europaeischen Flugverkehr sitzt der Autor des Blogs in Lissabon fest. In ueberfuellten Internetcafes, in denen gestrandete Europaer aus aller Herren Laender in explosiver Stimmung die Moeglichkeiten austarieren, wie sie per Zug, Auto oder Schiff zurueck in ihre Bestimmungslaender kommen koennen, ist es unmoeglich, mit der erforderlichen Kontemplation den Leserkreis mit aktuellen Ueberlegungen zu versorgen, die die harten Enden des volatilen Zeitgeistes zusammenfuehren. Stattdessen steigt der Konsum starken Cafes und grossformatiger Zigarren in den zahlreichen Cafes dieser Stadt, in der der Fado immer noch treffend die Gemuetslage einer Nation bestimmt, die aus den Hoehen der Kolonialmacht so tief gefallen ist. Hier wird noch gelesen und in den Cafehaeusern philosophiert, im Brasileira, vor dem in Bronze gegossen Pessoa, der Autor des Buchs der Unruhe mit steinern versonnener Mimik die Gecken der Neuzeit an sich vorueber ziehen laesst, ist die Reflexion der melancholischen Attituede sehr gut zu beobachten. Insofern kann der Zusammenbruch der Fluginfrastruktur als eine Gelegenheit begriffen werden, Eiblicke zu gewaehren, die ansonsten verborgen blieben. Bis demnaechst!
