So wie es aussieht, hat sch der amtierende Präsident der Republik Indonesien, Susilo Bambang Yudhoyono, bereits im ersten Wahlgang erneut durchgesetzt. Seine Gegenkandidaten waren Megawati Sukarnoputri, die Tochter des Staatsgründers Sukarno und Jussuf Kalla, der ehemalige Vizepräsident unter Susilo Bambang Yudhoyono (SBY). Das Votum der Bevölkerung ist ein klares Ja zu einer fortgesetzten Dezentralisierung des Landes, einer Stärkung der Rechtsstaatlichkeit, einer massierten Bekämpfung der Korruption und einer Zerschlagung islamistischer Terrorgruppen. Auf allen Gebieten hat SBY in der zurück liegenden Amtsperiode Erfolge zu verzeichnen, wiewohl vieles von dem, was auf seiner Agenda steht, noch Jahre in Anspruch nehmen wird.
Nach 32 Jahren der durch den blutigsten Putsch des 20. Jahrhunderts an die Macht gekommenen Suharto, wurde dieser 1998 durch einen Volksaufstand aus dem Amt gejagt. Ihm folgten in kurzen Abständen die Präsidenten Habibi und Gus Dur, der wiederum von Megawati Sukarnoputri abgelöst wurde. Letztere genoss als Tochter des Staatsgründers Soekarno einen mythischen Status, dem sie durch ihre Passivität niemals gerecht wurde. Das größte islamische Land der Erde mit nunmehr 240 Millionen Einwohnern und einer extrem jungen Bevölkerung strebte nach Aufbruch, Demokratie und Freiheit, es war die Schattenspiele der alten Mächte leid und erwartete einen großen Sprung in die Freiheit.
Megawati erhielt 2004 die Quittung für ihre politische Lethargie. SBY hingegen verfügte über genügend Autorität, um Veränderungen einzuleiten, die nicht mehr die Aura der Revolution verströmten, aber in hohem Maße wirksam waren. Er packte heiße Eisen wie die Dezentralisierung an, obwohl ihr das Stigma einer alten Kolonialpolitik anhaftete, er ersetzte die alte plutokratische Politik durch eine voran schreitende Rechtsstaatlichkeit, rückte einer bis heute aus dem niederländischen Erbe stammenden organisierten Korruption im Beamtenapparat auf den Leib und zog ins Feld gegen die militante Form des Islamismus und zerschlug deren stärkste Version. Das alles in einem Land, das sich über 13.000 Inseln auf einer Fläche, die vergleichbar ist mit der Strecke Paris – New York und von vielen Völkern und Kulturen mit ca. 200 unterschiedlichen Sprachen bewohnt wird. Indonesien befindet sich auf dem Weg in die Moderne und bringt vieles mit, was als Kompetenz in einem globalisierten Weltgefüge einzigartig ist. Vieles spricht dafür, dass mit dem bestätigten Präsidenten eine Entwicklung fortgesetzt werden kann, die dem Land gut tut und seine Stellung in der Welt verbessern wird.
Gegen SBY sahen die Gegenkandidaten eher blass aus, Jussuf Kalla trat mit dem ehemaligen General Wiranto als Vize an, der zwar 1998 ein Blutbad verhinderte, indem er sich vor die Studenten gegen Einheiten des blutrünstigen Prabowo stellte, der, um das alte Schattenreich zu retten, alles veranstaltet hätte. Und genau diese monströse Figur kandidierte zusammen mit Megawati, was letztere bis ans Ende ihrer Tage diskreditiert haben müsste, denn schlimmer kann man nicht fallen. Kurzum, es besteht weiter Hoffnung im Land der speienden Vulkane, der bebenden Erde, der schwarzen Nächte und der schönen Frauen…
